Weniger Apps, mehr Fokus: Warum ich mir das reMarkable Paper Pro Move gekauft habe
Ich habe mir vor zwei Tagen das reMarkable Paper Pro Move gekauft, weil ich gemerkt habe, dass ich etwas anderes brauche. Etwas Ruhigeres. Etwas, das mich unterstützt, statt ständig Aufmerksamkeit von mir zu verlangen. Gerade mit ADHS merke ich schnell, wenn digitale Tools irgendwann mehr Energie kosten, als sie eigentlich sparen sollten.
Das Lustige ist: Ich war selbst mitten daran, eine Tasklist-App zu entwickeln. Die Idee dahinter war gut, und ich finde das Konzept noch immer spannend. Aber während ich daran gearbeitet habe, habe ich gleichzeitig gemerkt, dass selbst eine bewusst reduzierte Produktivitäts-App für meinen persönlichen Use Case nicht ganz das trifft, was ich eigentlich suche. Irgendwann ist selbst die beste App halt wieder eine App – mit Menüs, Optionen, Einstellungen und dem kleinen Risiko, sich doch wieder in „Produktivität“ statt in der eigentlichen Aufgabe zu verlieren.
Genau deshalb hat mich das reMarkable Paper Pro Move angesprochen. Kein App Store, keine Notifications, keine tausend Funktionen. Einfach schreiben, lesen und organisieren. Mehr nicht. Und genau dieses „Mehr nicht“ fühlt sich gerade überraschend richtig an.
Natürlich kann ich nach zwei Tagen noch kein endgültiges Fazit ziehen, aber ich merke jetzt schon, dass sich etwas verändert. Gedanken landen schneller an einem Ort. Ich greife wieder öfter zum Stift. Ideen bleiben nicht mehr irgendwo zwischen Notizen-App, Handy und losem Papier hängen. Das Schreiben fühlt sich direkter an und irgendwie bewusster, fast so, als würde mein Kopf etwas langsamer werden dürfen.
Was ich besonders spannend finde: Die Begrenzung wirkt nicht einschränkend, sondern befreiend. Wir sind so daran gewöhnt, dass Geräte immer mehr können müssen, aber ich habe langsam das Gefühl, dass mein Gehirn eigentlich vom Gegenteil profitiert. Weniger Möglichkeiten bedeuten weniger Entscheidungen. Weniger Entscheidungen bedeuten weniger mentale Reibung. Und weniger mentale Reibung bedeutet oft mehr Fokus.
Auch das Lesen fühlt sich anders an. Auf dem Handy verliere ich schnell die Konzentration, weil immer irgendetwas wartet. Hier gibt es nur den Text. Kein schnelles Wechseln zwischen Apps, keine kleinen Unterbrechungen. Einfach lesen.
Vielleicht ist genau das der Punkt, der mich im Moment so anspricht: Das Gerät versucht nicht, mich möglichst lange zu beschäftigen. Es versucht nicht, meine Aufmerksamkeit festzuhalten. Es ist einfach da, wenn ich etwas festhalten oder lesen möchte, und verschwindet danach wieder in den Hintergrund.
Und vielleicht ist das gerade für ein ADHS-Gehirn gar keine so schlechte Idee.
