IDENTITÄT IST REALITÄT

BOUYGERHL ist ein Archiv für queere Musik. Im Fokus stehen Kurzportraits von Acts, die sich als lesbisch / schwul / bi / trans / non-binär / queer identifizieren. Komplettiert wird das Portal durch Interviews sowie einen Blog über anstehende Veröffentlichungen, Tourdaten und relevante News.

BOUYGERHL möchte das gesellschaftliche Bewusstsein schärfen. Es geht um Sichtbarkeit, Selbstverständnis und Empowerment von LGBTQ+. Es geht um Identität. Denn Identität ist Realität!

Kriterium für die Aufnahme in die Datenbank ist, dass sich Musiker*innen jemals öffentlich als lesbisch, schwul, bisexuell, trans, non-binär und/oder queer identifiziert haben (bei Bands muss das nicht auf alle Mitglieder zutreffen). Bei dieser Definition gibt es kein ‘zu wenig’ oder ‘zu viel’ queer, kein richtig oder falsch. Es zählt allein das Bekenntnis – und damit der Beitrag zur Repräsentanz und Gleichstellung von LGBTQ+.

Das BOUYGERHL-Archiv entscheidet nicht über Relevanz. Denn egal, ob subtil oder laut: Sobald sich Fans durch Musik direkt oder indirekt mit den Themen Identität, Sexualität und Gender auseinandersetzen, leistet der Act seinen Beitrag zur Schaffung einer gesellschaftlichen Selbstverständlichkeit. Darüber hinaus können diese Stimmen Rolemodel für die Selbstfindung sowie Vorbild für ein offenes Miteinander sein.

Bei der Präsentation der Musiker*innen spielt der persönliche Geschmack keine Rolle – es gibt kein ‘gute’ oder ‘schlechte’ Musik. Bei BOUYGERHL steht Pop neben Punk, Indie neben Schlager, Rap neben Country und Singer-Songwriter neben Industrial. Auch die Quantität der Releases ist nicht ausschlaggebend – egal ob 1 Song oder 30 Alben. Denn wer möchte schon z.b. auf ‘Aow Tou Dou Zat’, den One-Hit von Jean Paul Gaultier von 1989, verzichten?

Der Name des Projekts BOUYGERHL findet seinen Ursprung in zwei Songtiteln der Musikerin Anohni – eine der progressivsten queeren Künstlerinnen unserer Zeit und leidenschaftliche Stimme im Kampf für Transgender- und Frauenrechte. Die Worte ‘Bouy’ und ‘Gerhl’ sind dabei nicht binär zu verstehen – also stellvertretend für männlich oder weiblich – sondern bereits als Aufweichung in sich. Die lautmalerische Verschmelzung zu BOUYGERHL ist somit Hommage und Statement gleichermaßen.

Initiator von BOUYGEHRL ist der Leipziger Veranstalter Zacker. Seit 20 Jahren organisiert er Konzerte, Partys, Festivals und Events – stets mit dem Fokus auf queerer Musik. Aus zunächst rein persönlichem Interesse wird nun ein Beitrag zum gesellschaftlichen Diskurs. Seine Beweggründe für das Projekt: Die Sichtbarkeit von queeren Musiker*innen zu fördern, die – im wahrsten Wortsinn – ihre Stimme heben. Und zum anderen, damit die Entwicklung einer Community zu ermöglichen, die diese Leidenschaft für Musik teilt und Neues entdecken will.