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The way to minimalism

Ich gebe es zu. Ich habe Mühe damit Dinge wegzugeben, zu verkaufen oder sonstwie aus meinem Leben verschwinden zu lassen. Ob Kleider, Möbel, Gadgets oder Firlefanz. Gleichzeitig verspüre ich den Drang, immer das Neuste und Beste der heutigen Technologie zu haben. Zum Beispiel das schnellste Handy (zuletzt das Galaxy Note 9) oder die beste Unterwegskamera (bis vor kurzem GoPro Hero7 Black).

Das macht Druck. Denn diese Supergeräte müssen ja auch rentieren. Das Smartphone muss herhalten um Videos zu schiessen, Dokumente zu bearbeiten, Notizen zu speichern, eBooks anzuzeigen ab und zu Anrufe zu tätigen, Nachrichten zu schreiben und so weiter und so fort. Die teure Kamera muss supervirale Videos produzieren.

In letzter Zeit habe ich eine tiefe Unruhe in mir gespürt. Ein riesen Druck. Das hat mich runter gezogen. Im Alltag und in Beziehungen.

Ich will das Konzept des Minimalismus ausprobieren.

[Minimalismus …] bezeichnet einen Lebensstil, der sich als Alternative zur konsum­orientierten Überflussgesellschaft sieht. Konsumkritische Menschen versuchen, durch Konsumverzicht Alltagszwängen entgegenzuwirken und dadurch ein selbstbestimmtes, erfülltes Leben zu führen.

Wikipedia „Einfaches Leben“

Konsumkritisch, ich? Das geht nicht. Vielmehr geht es mir darum, mein Leben zu entschlacken. Die Ruhe zu finden. Meine Energie für mich einsetzen. Vielleicht ist das, was ich zurzeit mache, nicht Minimalismus. Vielleicht ist es einfach eine Notwendigkeit.

Jetzt ist vieles weg.

Mein Note 9 ist einem Pixel 2XL mit weniger Funktionen dafür aber vielen Digital Wellbeing Funktionen gewichen. Mit dem Verkauf des Smartphones wird auch mein Smartphone-Abzahlungsvertrag abbezahlt. Mein Smartphone gehört mir. Kein Stress.

Viele meiner Kleider sind in der Kleidersammlung oder im Abfall gelandet. Ich besitze noch zu viele Stücke, werde in den nächsten Wochen aber gut aufpassen, was ich noch anziehe. Alles andere kommt weg.

Meine Kleider für den nächsten Tag lege ich mir am Abend vorher bereit. So freue ich mich bereits am Vorabend auf den nächsten Tag und am Morgen freue ich mich über die bereiten Kleider.

Ich habe meinen Tolino eReader wieder in Betrieb genommen. Bücher lese ich nur noch da. Nicht auf dem Smartphone. Ohne Ablenkungen. Dazu vielleicht Musik oder einfach Umgebungsgeräusche.

Mein Videoequipment für externe Videoaufträge besteht aus meiner spiegellosen Panasonic G70 und dem Videomic von Rode. Beides ist im Videoschrank, zusammen mit Stativ und Ladekabel, verstaut.

Unterwegs habe ich meine alte GoPro Hero Session. Sie filmt „nur“ in 1080p und nur, wenn ich hervornehme um etwas zu filmen, was wirklich Spass macht. Und wenn ich was filme, macht es Spass. Sonst filme ich nicht.

Alles, was ich fürs Radiomachen brauche, Mikrofon, Popschutz und so weiter ist auch im Videoschrank.

Wenn ich heimkomme sehe ich zuerst meinen Bürotisch. Mit meinem Laptop und dem Bildschirm und den Boxen. Sonst ist nichts da. Nur diese Dinge. Links davon mein Gestell mit wichtigen Dokumenten, ein paar Verpackungskartons der Geräte die ich noch habe (um sie bei Bedarf zu Verkaufen) und ein paar inspirierenden Büchern, die ich gerne ausleihe. Wie erwähnt: Was ich noch lesen will, ist auf meinen eReader.

Ich habe keine Ahnung wie lange ich diesen Weg weiterverfolgen werde. Was ich weiss ist, dass ich mich seit dem Beginn dieses Prozesses vor etwa 2 Wochen bereits schon viel mehr zu mir gefunden habe. Und das tut so unendlich gut.